Dank der freundlichen Unterstützung der Kulturabteilung der Stadt Wien (MA7) dürfen wir in diesem Jahr Maria Belen Gavela als Erwin-Schrödinger-Gastprofessorin 2026 bei uns begrüßen.
Maria Belen Gavela studierte Physik an der Universidad Autónoma de Madrid, wo sie nach einem vorangehenden Studium an der Université Paris-Sud auch promovierte. Sie hatte Forschungsstellen in Frankreich, den Vereinigten Staaten und am CERN inne, wo sie zunächst als Stipendiatin und später als festangestellte Mitarbeiterin tätig war. Nach einer Festanstellung am französischen CNRS kehrte sie nach Madrid zurück, wo sie seit 1996 als ordentliche Professorin für Theoretische Physik an der Universidad Autónoma de Madrid tätig ist.
Prof. Gavela forscht auf dem Gebiet der Teilchenphysik-Phänomenologie und der Quantenfeldtheorie. Ihre Arbeit hatte einen weitreichenden Einfluss auf Themen wie CP-Verletzung, Neutrino-Physik und Physik jenseits des Standardmodells. Sie leistete wegweisende Beiträge zur Untersuchung schwacher Matrixelemente in der Gitter-QCD und zum theoretischen Verständnis des elektrischen Dipolmoments des Neutrons und spielte eine zentrale Rolle bei der Entwicklung von Ansätzen der effektiven Feldtheorie für die Physik jenseits des Standardmodells. Ihre theoretischen Arbeiten zur Leptonmischung und CP-Verletzung waren besonders einflussreich und ebneten den Weg für die derzeit intensive Suche nach CP-Verletzung in Neutrinooszillationen. In den letzten Jahren hat sie aktiv zum Gebiet der Axion- und axionähnlichen Teilchenphysik beigetragen.
Prof. Gavela wurde für ihre Arbeit mehrfach ausgezeichnet, darunter mit dem Julius-Wess-Preis (2023) und der Beate-Naroska-Gastprofessur (2020). Darüber hinaus hat sie durch ihre Mitarbeit in zahlreichen hochrangigen Gremien, darunter dem Wissenschaftlichen Lenkungsausschuss des CERN, dem Forschungsrat des CERN und der Physik-Vorbereitungsgruppe für die Aktualisierung der europäischen Strategie, eine wichtige Rolle in der internationalen Teilchenphysik-Gemeinschaft gespielt. Derzeit ist sie Mitglied der wissenschaftlichen Ausschüsse des Future Circular Collider (FCC), von DESY und des Internationalen Bewertungsausschusses des INFN.
Die Erwin-Schrödinger-Gastprofessur wird vom Kulturamt der Stadt Wien finanziert. Sie zielt darauf ab, den kulturellen Austausch mit wissenschaftlicher Forschung und Interaktion zu fördern. Sie hat eine lange Tradition, die bis zu Walter Thirring in den 1970er Jahren zurückreicht, und wurde bereits mehr als 50 Mal an herausragende Forscher auf dem Gebiet der Teilchenphysik vergeben.
Prof. Gavela wird vom 4. bis 15. Mai und erneut vom 12. bis 23. Oktober zu Gast bei der Teilchenphysik Gruppe sein. Ihre Vorträge im Mai finden am 5. und 12. Mai statt.
Erwin Schrödinger Gastprofessorin 2026
14.04.2026
